2
Mai
2010

dauerregen

Es hat sich eingeregnet und wir stapfen durch nieselndes Nass einem Misserfolg nach dem anderen entgegen. Schließlich ist alles besser, als an Montag denken zu müssen.

Freakshow #2 an diesem Wochenende: Als die zwei Offensichtlichen den Gastraum betreten und gegenüber Platz nehmen, muss ich den Begleiter in Windeseile auf eine Zigarette vor die Tür zerren, um ihn zu fragen, wieviele Bier er bereit ist mir auszugeben, wenn ich mit meiner Annahme richtig liege, dass die beiden (jung, dynamisch, erfolglos) sich nahtlos in die Liste der gestrigen Tischnachbarn einreihen. Nachdem sich herausstellt, dass ich natürlich Recht hatte, beschließe ich entweder das Hobby zu wechseln oder aber einfach nie wieder auf eines dieser Treffen zu gehen.

Ich frage mich, was es über mich aussagt, dass ich den größten Spaß des Tages daran hatte, einen verwilderten Friedhof im Wald zu fotografieren.

bewölkt

Regensburg ist nicht so aufregend, wie immer alle behaupten. Zumindest bei Regen nicht.

Im Untergrund der Autobahn herumzuklettern steigert die Nervenkitzelstufe ein bisschen, auch wenn man im Endeffekt nicht mehr davonträgt, als schmutzige Klamotten und Muskelkater in den Oberschenkeln.

Beim abendlichen Treffen der Freaks zielsicher den Tisch der Oberfreaks angesteuert. Ich bemerke erst später, dass der Typ neben mir ein "Windows 7"-Sweatshirt trägt, und der Typ neben dem Typen neben mir ein "RTFM"-T-Shirt. Und dann ist mir eigentlich schon alles klar, und ich verzichte darauf zu fragen, was die beiden beruflich machen, bis sich herausstellt, dass der komplette Tisch, inklusive mir und dem Begleiter für denselben Verein arbeitet. Die Welt ist eben ein Dorf.

29
Apr
2010

ein tag wie jeder andere

Der Ex-Radiologe steht jetzt täglich zehn bis zwanzig Mal in der Bürotür, wenn er mal nicht mein Telefon heißklingeln lässt. Dafür bedankt er sich auch immer artig für die spontanen Flickarbeiten, kleinen Wunder und Softwarehäppchen, die ich ihm vorwerfe. Einerseits nett, andererseits extrem ermüdend und lästig, weil ich ja eigentlich auch noch genug geplante Arbeit vor mir her schiebe. Erwäge demnächst einfach mal 'Nein' zu sagen, um nicht zu einem zweiten Stani zu mutieren, dem arbeitswütigen Polen aus dem Nachbarbüro, der zwar chaotisch und rastlos, aber allseits bereit jede noch so unlösbare Aufgabe auf seinen Schultern abladen lässt.

Der Mitbewohner wirft mich förmlich zu Feierabend aus dem Büro, scheinbar aus Fürsorge, doch offensichtlich aus Angst, sein Ansehen könnte bröckeln, wenn er täglich nach mir kommt und vor mir geht und in der Zwischenzeit auf keinen grünen Produktivitätszweig kommt.

Die kleine Italienerin erzählt mir in der Mittagspause euphorisch, wie sie gerade erst erwacht und gleich zum Pizzabacken übergegangen ist, nachdem sie gestern Abend nicht aufhören konnte, noch diesen einen und dann den anderen Film anzuschauen, und mir fällt auf, wie lieb ich diese verrückte Person gewonnen habe und wie sehr sie mich an jemanden erinnert.

Die Kaffeepause kommt einer lebensrettenden Maßnahme gleich, weil ich mal kurz das Facility Management halte, als er vor AltersKreislaufschwäche beim Abbau der Wetterschutzwand fast vom Raucherbalkon stürzt.

Ich erwarte geduldig den Regen zum Wochenende und wundere mich noch immer, wie sehr es mir gefällt, wenn du mir Türen aufhälst und Berge für mich versetzt. Das darf sonst kein anderer Mann.

Und jetzt das obligatorische Glas Wein.

28
Apr
2010

charming

Bestes Kompliment ever, vom Head-Of-Software-Architekten:

"Gottseidank bleibst du bei uns, sonst hätte man dein ständiges Gekichere aufnehmen müssen, damit man es jederzeit hätte abspielen können, um die (Arbeits-)Moral aufrecht zu erhalten."

Ein bisschen lieb hab ich ihn ja schon...

the way you...

Wie du dich anstrengst mich zu beeindrucken. Dabei musst du das gar nicht mehr.

Wie deine Hand zittert und mir die Knie weich macht.

Wie deine Augen leuchten - blauer als alles was ich bis jetzt kannte.

Wie du plötzlich ganz leise wirst, wenn niemand sonst um uns ist.

Wie du soviel falsch machst, aber doch irgendwie alles richtig.

unbefristet

Die werden mich nicht so schnell wieder los.
Der wird mich nicht so schnell wieder los.
Du wirst mich nicht so schnell wieder los.
Denn jetzt erst recht.

27
Apr
2010

wir müssten mal

Genau das.

[via piranhase]

wie vor den baum

Der Ex-Radiologe erwähnt mich lobend in einer Email an meinen Chef und den Projektidiotenleiter.

Der Entwicklungsleiter informiert mich wie beiläufig, dass meine Vertragsverlängerung endlich durch ist, und ich jetzt doch nicht ab Juni auf der Straße sitze.

Der Rest der Kollegen will Hände schütteln, umarmen, auf meiner Schulter rumklopfen und ähnliche Abartigkeiten tun, während ich gar nicht so wirklich weiß, wie mir geschieht.

Ich sitze in Meetings und bekomme gar nicht mit, worum es geht, und als mir jemand wie aus einem weit entfernten Paralleluniversum eine Frage stellt, die ich weder verarbeiten noch beantworten kann, habe ich endlich doch noch den obligatorischen "Jetzt halten mich wieder alle für bescheuert"-Moment des Tages.

26
Apr
2010

idioten und sonntagsarbeit

Weil die "Nachbarn" (ungefähr drei Häuserreihen den Berg runter) sich über die störenden Geräusche der Klimaanlage (hinten links am Firmengebäude) beschweren, zimmert der Facility-Manager mit dem Dorfschreiner eine hölzerne "Lärmschutzwand" drumrum, die praktischerweise auch das Ansaugen von kühler Luft verhindert.
Die warnenden SMS aus dem Serverraum am Nachmittag (Temperatur bei 32 Grad Celsius und steigend. Temperatur bei 34 Grad Celsius und steigend. Temperatur bei 36 Grad Celsius und steigend) erhalten Schwergewicht mit dem Anruf vom Chef am Abend, man müsse doch dringend das Cluster über Nacht runterfahren um ein Abrauchenfackeln der lustig blinkenden Maschinen zu verhindern.

Ich freu mich schon auf den richtigen Sommer.

wochenende

Muskelkater. Lachsalven. Sonnenbrand. Vanille und Pistazie. Zitrone und Stracciatella. Scherben. Ein Junggesellinnenabschied. Deine blauen Augen. Meine blauen Augen. Bunker, Berge und Teelichter. Margeriten. Grünblautürkisfarbene Bergseen. Gerölllawinen. Dein Sofa und Bier. Deine Haut auf meiner.

Zurückspulen bitte.

Mountain View

23
Apr
2010

obstiges

Der Mitbewohner bringt mir Himbeeren und Weintrauben. Ich würde mich zu ungesund ernähren, meint er. Kann er doch gar nicht wissen, sage ich. Alles, was ich im Büro esse, wären schließlich Schokobons. Und die könnten ja nicht ungesund sein.

Das neue Identifikationsobst unseres Produktes ist übrigens ein Apfel. Ein grüner Apfel. Wegen der Frische. Nach der Vorstellung des Konzeptes unserer Marketingabteilung erwäge ich, denen ein paar Photoshopkurse anzubieten. Und überhaupt... Apfel... ich weiß ja nicht. Ich denke da eher an sauer. Und braune Stellen. Und Schmerzen, wenn man einen an den Kopf bekommt.

klick

Die neue Kamera kam übrigens vorgestern.

new cam

21
Apr
2010

too fast too slow

Was sagt man noch gleich über Menschen, die ihr Nudelgratin versalzen? Ja. Genau. Das.

20
Apr
2010

stillleben augenblick

PS: Die neue Kamera kommt morgen.

tage aus asche

Den letzten Freitag in vollen Zügen weniger genossen als gelitten. Schaffner, die Reisende aus den Abteilen komplimentierten: "Wie? Sie wollen nur nach Nürnberg? Nehmen Sie doch bitte den RE, unser ICE nach Berlin kann sonst nicht losfahren, weil Sie zu dick/schwer/viele sind."

Samstag im gelb-blauen Skandinavienmöbelhaus fast kollabiert. Zu viele Kleinkinder mit Eltern an der Hand. Zu viele quietschbunte Plastikutensilien. Ich hatte mal eine Zeit in meinem Leben, in der ich gern dort kaufte. Lang muss es her sein.

Sonntag dann der 65. der einzig verbliebenen Großmutter. Bei schönstem Wetter im Park rumlümmeln und sich des Lebens freuen, bis man zum obligatorischen Kaffeetrinken gerufen wird. Mit Kuchen. Und kleinen Peinlichkeiten. Das Gesamtkunstwerk Pflanze, welches ich als Geschenk überreiche, kommt gut an, weil oder obwohl ich eine gefühlte Ewigkeit nach dem perfekten Übertopf gesucht hatte.
Dann der Anruf am nächsten Tag: "Schatz, deine Pflanze hat jetzt einen Ehrenplatz auf meinem Wohnzimmerschrank. Nur den Topf habe ich ausgetauscht. Den fand ich irgendwie nicht so schön."

Der Montag diesmal in halbleeren Zügen und später im vollen Shoppingwahn.

Und heute der Dienstag, der sich anfühlt wie ein Montag. Eine Einladung zum Essen. Abgesagt. Eine Einladung zum Kino. Abgesagt. Schließlich habe ich heute wirklich keine Lust auf belastende Menschen. Und du traust dich immer noch nicht.

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